"Schulgeschädigte" Jugendliche in der Berufslehre

 

Referent: Dr. U. Kraft

Zur Sache:

Warum auch immer – es gibt Jugendliche, die sind im Laufe ihrer Schulkarriere so viele Male gescheitert, dass sie ihr Selbstvertrauen verloren haben und bei jeder neuen Sache denken, dass sie auch diese nicht schaffen würden. Im betrieblichen Ausbildungsalltag verlangt dies nicht nur Zuversicht, einen langen Atem und gute Nerven der Ausbildenden – es besteht auch die Gefahr, dass die Angst der betroffenen Jugendlichen falsch als fehlende Motivation interpretiert wird. Nicht selten kommt es nach längeren Bemühungen der Ausbildenden zur Eskalation, am Schluss sind alle Beteiligten überfordert und frustriert.

Ziel:

Die Teilnehmenden erinnern die Zusammenhänge zwischen Lernerfahrungen und Selbstvertrauen. Sie verstehen, dass Lernschwierigkeiten in der Regel eine Geschichte haben, die weit in die Schulzeit zurück reichen kann. Sie sind als Ausbildende betroffener Lehrlinge fähig, Möglichkeiten und Grenzen betrieblicher Förderung nüchtern abzuwägen und notwendige Unterstützungsmassnahmen intern und extern aufzugleisen.

Inhalt: 

-    Der lange Arm misslicher Schulkarrieren: gelernte Angst vor Misserfolgen.

-    Was hätten betroffene Jugendliche dringlich nötig?

-    Wie steht es um die betrieblichen Möglichkeiten?

-    Welche Ergänzungen bieten sich im Einzelfall ausserhalb der Lehrbetriebe?

Vorgehen:

Im Wissen, dass Praxisbezug weder auf einem Silbertablett serviert, noch einfach konsumiert werden kann, werden wir von Anliegen und Beispielen der Teilnehmenden ausgehen. Nach Bedarf erinnern wir an Grundlagen aus den Bereichen Persönlichkeitsentwicklung, Lernen, Kommunikation und Führung. Die gemeinsame Arbeit setzt die Bereitschaft zu einer aktiven Teilnahme voraus.